Gleichnis vom Sämann 
Es gibt noch ein anderes Wort Jesu, das das Bild des Samens wieder aufgreift und an das Gleichnis vom Sämann erinnert: »Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht« (Joh 12,24). Hier betont der Herr den Zusammenhang zwischen dem Tod des Samenkorns und der »reichen Frucht«, die dieses tragen wird. Das Weizenkorn ist er: Jesus. Die Frucht ist das »Leben in Fülle« (Joh 10,10), das er durch seinen Tod am Kreuz für uns erlangt hat. Und genau darin liegt die Logik und die wahre Fruchtbarkeit jeder Berufungspastoral in der Kirche: wie Christus müssen der Priester und die in der Berufungspastoral Tätigen ein »Weizenkorn« sein, das sich selbst opfert, um den Willen des Vaters zu tun; das im Verborgenen lebt, kein Aufhebens und keinen Lärm um sich macht; das nicht nach jener selbstherrlichen Sichtbarkeit strebt, die in vielen Bereichen unserer Kultur oft zum Kriterium, wenn nicht gar zum Lebenszweck erhoben wird und wovon sich viele junge Menschen angezogen fühlen. Benedikt XVI. - An die Teilnehmer einer europäischen Tagung über die Berufungspastoral (4. Juli 2009)
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