Besitzerwechsel 
Etwas oder jemanden weihen bedeutet, diese Sache oder diese Person Gott übergeben, sie aus dem uns zugehörigen Bereich herauslösen und seiner Atmosphäre überlassen. Sie gehört damit nicht mehr zu uns, sondern ganz und gar Gott (…).
Im Alten Testament war die Überlassung einer Person an Gott, also ihre „Heiligung“ gleichbedeutend mit der Priesterweihe. Somit drückte sich darin auch das Wesen des Priestertums aus: es stand für einen Wechsel des Besitzers, d. h. ein ganz der Welt genommen und Gott gegebenes Sein. Hier werden die beiden Richtungen angesprochen, die den Prozess der Heiligung und der Weihe ausmachen. Es ist wie ein Heraustreten aus dem Kontext des Lebens der Welt und ein „sich frei Halten“ für Gott. Aber gerade deshalb liegt keine Absonderung vor. Sich Gott überantworten heißt vielmehr, für andere stehen. Der Priester wird den Bindungen der Welt enthoben und Gott geschenkt und genau dann, von Gott aus, wird er verfügbar für die andern, für alle. Benedikt XVI. Missa Chrismati 9. April 2009
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