Da das Priestertum seine Wurzel in Christus hat, besteht es seinem Wesen nach in der Kirche und für die Kirche. Der christliche Glaube ist nämlich nicht rein spirituell und innerlich, und unsere Beziehung zu Christus ist nicht rein subjektiv und privat. Sie ist vielmehr eine ganz konkrete und kirchliche Beziehung. Seinerseits hat das Weihepriestertum eine grundlegende Beziehung zum Leib Christi, in seiner zweifachen und untrennbaren Dimension der Eucharistie und der Kirche, des eucharistischen und des kirchlichen Leibes. Deshalb ist unser Dienst ein »amoris officium« (hl. Augustinus, In Iohannis Evangelium Tractatus 123,5), es ist der Dienst des Guten Hirten, der sein Leben hingibt für die Schafe (vgl. Joh 10,14–15). Im eucharistischen Geheimnis bringt sich Christus immer neu dar, und gerade in der Eucharistie lernen wir die Liebe Christi und somit die Liebe zur Kirche kennen. Darum wiederhole ich mit euch, geliebte Brüder im Priesteramt, die unvergeßlichen Worte Johannes Pauls II.: »Die heilige Messe ist in absoluter Weise das Zentrum meines Lebens und eines jeden meiner Tage« (Ansprache am 27. Oktober 1995 zum 30jährigen Jubiläum des Dekrets Presbyterorum ordinis). Und es müßte ein Wort sein, das sich ein jeder von uns persönlich zu eigen machen kann: Die heilige Messe ist uneingeschränkt der Mittelpunkt meines Lebens und eines jeden Tages.